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Wir wirkt Entspannungsmusik?
Seit Menschengedenken gehören Musik und Medizin zusammen.
Heutzutage gehört der Bereich Wellness selbstverständlich dazu. Musik ist eine ganz besondere Form von Geräusch: in vielerlei Hinsicht. Es wird sowohl zum Kleinhirn, das Körperbewegungen und den Gleichgewichtssinn kontrolliert, zum Großhirn, das für höhere Funktionen des Bewusstseins zuständig ist, als auch zum limbischen System geleitet. Musik hören spricht somit sämtliche Bereiche des Menschen an. Kein Wunder, dass große Denker, wie Konfuzius oder Platon einen heilsamen medizinischen Aspekt der Musik beobachteten.

Leonardo da Vinci verfasste eine Pulsschrift, die den Zusammenhang von Takt, Musik und Herzschlag wissenschaftlich, systematisch behandelte. Erst Anfang des 17. Jahrhunderts trennten sich im Rahmen der allgemeinen Spezialisierung der Wissenschaften die Wege von Musik und Medizin. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Musik als Therapie begleitendes Mittel wieder entdeckt. In der Schmerztherapie, Geburtshilfe und Neugeborenenbetreuung findet Musik ebenso Anwendung, wie bei der Beschleunigung postoperativer Heilungsprozesse, der Behandlung von Depressionen oder Asthma. Auch bei Rehabilitationsmaßnahmen in der Physiotherapie und bei der Arbeit mit geistig Behinderten, sogar bei Komapatienten erweist sich der Einsatz von Musik als wirkungsvoll.

In den letzten Jahren beschäftigt sich eine zunehmende Anzahl wissenschaftlicher Untersuchungen mit der Wirkung entspannender Klänge auf Körper und Seele. Das Ergebnis der meisten Studien zeigt deutlich, dass Entspannungsmusik Stress messbar abbaut. Die typischen Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, chronische Schmerzen, Magen-Darm-Störungen, Muskelverspannungen oder Schlafstörungen können allein durch regelmäßiges Hören von Entspannungsmusik gelindert werden.

Der amerikanische Musikprofessor Arthur W. Harvey katalogisierte, welche Musik den Körper stärkt und welche ihn schwächt. Sein Ergebnis lautete: Langsame Stücke, die unter dem Rhythmus des durchschnittlichen Herzschlages (zwischen 68 und 72 Schlägen pro Minute liegen), beruhigen die Pulsfrequenz und stärken das körperlich-seelische Gleichgewicht. Schnelle, laute und dissonante Musik dagegen, führt zu einer Erregung des gesamten Organismus.

Längst hat Entspannungsmusik auch Einzug im Wellnessbereich gehalten, ob in der Kosmetikkabine oder im Solarium. Was aber zeichnet Musik aus, die so günstige Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat?

Wie in der Kunst spielt auch in der Musik der individuelle Geschmack eine große Rolle. Doch die Akzeptanz und Wirksamkeit von Entspannungsmusik hängt auch von einigen nicht subjektiven Faktoren ab. Neben dem Ruhepuls-Rhythmus von etwa 60 Taktschlägen pro Minute führen vor allem eingängige, anmutige Melodien, ein komplexes, abwechslungsreiches Arrangement sowie eine ausgefeilte Klanggestaltung zu einem Hörerlebnis, das als besonders angenehm empfunden wird und Körper wie Seele spürbar beruhigt.


Hierzu folgendes Beispiel:
In einer internistischen Praxis in Dresden (Spezialgebiet: Krankheiten des rheumatischen Formenkreises, chronische Schmerzen) wurden 123 Patientinnen und 77 Patienten über ihre Wahrnehmung und Bewertung von sanfter Entspannungsmusik mit einer Taktfrequenz von 60 Hz befragt.
Ergebnis: Etwa 52 % der befragten bemerkten die entspannende Musik sofort, 32 % während der Wartezeit, 14% bei und 2% nach der Behandlung. Daraus lässt sich schließen, dass die Menschen verschieden stark an Musik konditioniert sind. Für manche Menschen ist es bereits fast selbstverständlich, dass sie Musik »ausgesetzt« sind. Die Tatsache, dass es aber eine besondere Form von Musik ist, nämlich Entspannungsmusik, wird aber allen Menschen früher oder später bewusst.

Hier die Antworten zur Wirkung der Musik in der Übersicht:
Zusammenfassend kann man festhalten, dass sanfte Entspannungsmusik im Pulstakt von 60 Schlägen pro Minute die Atmosphäre in einer Arztpraxis oder auch einem Kosmetikinstitut deutlich positiv beeinflussen kann. Gezielt eingesetzte Musik besitzt nicht nur Unterhaltungswert. Es ist auf diesem Weg möglich die Körperrhytmen des Zuhörers zu beeinflussen und emotionale Reaktionen hervor zu rufen.
 

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